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Einführung in die Monitorkalibrierung und -profilierung

Immer mehr Hobbyfotografen und -bildbearbeiter möchten ihren Monitor "kalibrieren", damit sie korrekte Farben angezeigt bekommen und ein gedrucktes Papierbild genau so aussieht wie die Vorschau auf dem Monitor. Es gibt hierzu Farbmessgeräte zu kaufen, deren Anwendung auf den ersten Blick ganz einfach aussieht: Anschließen, Software installieren, automatische Messung ablaufen lassen und von da an die perfekt eingestellten Farben genießen.
Doch leider fangen dann für die meisten Benutzer die Probleme erst an. Viele Einsteiger stoßen erst jetzt auf den Begriff "Farbmanagement" und müssen erfahren, dass Monitorkalibrierung und -profilierung ohne richtig angewendetes Farbmanagement für die Katz ist. Da tauchen Begriffe wie "Farbraum" und "Monitorprofil" auf, die man nicht so recht einordnen kann.

Das Problem, dass verschiedene Geräte der Bildbearbeitungskette mit Farben unterschiedlich umgehen, wurde schon lange erkannt. Die Lösung kam in Form des ICC-Farbmanagements. Es werden die farblichen Eigenheiten eines Gerätes gemessen und als sogenanntes Farbprofil (auch ICC-Profil genannt) gespeichert. Damit Farbmanagement funktioniert, braucht man für jedes beteiligte Gerät und für jede Bilddatei ein Profil, das ihre farblichen Eigenheiten beschreibt. Dadurch wird es möglich, die Farbwerte umzurechnen und so dieselben Farben auch auf anderen Geräten zu reproduzieren. Die Gesamtmenge der Farben, die ein Profil umschreibt, nennt man Farbraum.

Angenommen, ein Bild enthält einen Pixel der RGB-Farbe 200/230/200 (helles Grün), dann weiß zunächst niemand, welche exakte Farbe aus der Wirklichkeit mit diesem Wert 200/230/200 gemeint ist. Diese Zuordnung hat man erst, wenn die Datei ein Farbprofil enthält (z. B. das sRGB-Profil). Ohne Profil bliebe völlig offen, wie die Farbe auszusehen hat.

Wenn man genau dasselbe helle Grün nun auf einem Monitor darstellen will, muss man auch noch wissen, welchen Zahlenwert diese Farbe auf dem Monitor hat. Da der Monitor sehr wahrscheinlich nicht über denselben Farbraum verfügt wie das Bild, ist es dort ein etwas anderer Wert. Nehmen wir an, die Farbe 200/230/200 aus der Bilddatei hat an unserem Monitor den Wert 194/236/198. Dann muss die Software die Farbwerte 194/236/198 an den Monitor schicken - und dadurch wird exakt die Farbe angezeigt, die im Bild den Wert 200/230/200 hatte. Diese Umrechnung findet für jeden einzelnen Pixel statt.

Farbmanagement braucht also zu jeder Zeit mindestens zwei Profile: ein Quellprofil und ein Zielprofil. So kann das Farbmanagement-System die Farben der Quelldatei oder des Quellgerätes für die Zeildatei oder das Zielgerät umrechnen.
Fotos (Bilddateien) werden üblicherweise in einem genormten Arbeitsfarbraum angelegt, der ihre Farben definiert. Die bekanntesten Arbeitsfarbräume heißen sRGB und AdobeRGB.
Die Farbräume von Geräten (insbesondere Monitore und Drucker) müssen individuell gemessen werden; diesen Vorgang nennt man Profilierung.

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: Mai 2010

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