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Hinweis: Das Verständnis dieses Artikels setzt grundlegende Kenntnisse in Sachen Farbmanagement und Monitorkalibrierung voraus.
In Einführungen zum Thema Farbmanagement ist oft zu lesen, Browser beherrschten kein Farbmanagement und stellten daher Farben falsch dar. Diese Feststellung trifft zwar in vielen Fällen noch zu, aber nicht mehr in allen. Zum Glück hat sich in den letzten Jahren einiges getan.

Häufig findet man den Hinweis, alle Browser arbeiteten mit sRGB - was allerdings ein großer Irrtum ist. Es wird den Webdesignern lediglich sRGB empfohlen, weil es den Farbräumen durchschnittlicher Monitore am nächsten kommt. sRGB ist also nur eine Näherung, die z. B. bei hochwertigen EBV-Monitoren oder stromsparenden Notebook-Displays weit daneben liegen kann. Traurige Tatsache ist: Solange nicht alle Monitore profiliert sind und nicht alle Browser Farbmanagement beherrschen, ist nicht richtig planbar, wie die Farben auf verschiedenen Monitoren wirken. Die Verwendung von sRGB kann das Problem in manchen Fällen mildern, jedoch nicht wirklich beseitigen.
Es besteht also, was die korrekte Farbwiedergabe von Fotos im Internet angeht, Handlungsbedarf auf zwei Seiten:
1) Kalibrierung/Profilierung der Monitore
2) Vollständige Implementierung von Farbmanagement in die Browser
Webdesigner, Benutzer von Foto-Foren usw. haben ein großes Interesse daran, dass die von ihnen veröffentlichten Bilder überall gleich angezeigt werden. Aber dass in absehbarer Zeit alle Computer-Normalos, also Surfer ohne spezielle Digitalfoto-Interessen, sich Farbmessgeräte kaufen und ihre Monitore in regelmäßigen Abständen neu kalibrieren, steht nicht zu erwarten. Normalen Nutzern ist die Problematik gar nicht bekannt, und selbst wenn, dann würden sie dafür nicht 100 Euro und mehr ausgeben.
Allerdings kann man auch ohne individuelle Kalibrierung recht annehmbare Ergebnisse bekommen, wenn im Betriebssystem wenigstens ein Monitorprofil installiert wird, das der Hersteller für den jeweiligen Monitortyp veröffentlicht hat. Das ist umso wichtiger, je weiter der Monitorfarbraum von sRGB abweicht. (Windows installiert als Standard-Monitorprofil sRGB und tut damit so, als entspräche der Monitorfarbraum exakt sRGB. Genauer wird die Anzeige erst, wenn der Anwender selbst ein passenderes Profil installiert.)
Wie schnell sich der Einsatz von Monitorprofilen in der breiten Anwenderschaft durchsetzt, hängt auch davon ab, wie gut die Hersteller die Profile in ihre Treiberinstallationen integrieren. Man darf nicht erwarten, dass die Mehrzahl der Laien von sich aus ein Monitorprofil von der Hersteller-Homepage herunterlädt und korrekt installiert.
Wenn die Frage des Monitorprofils befriedigend geklärt ist, bleibt noch die Frage nach farbmanagement-fähigen Browsern.
Beim Mac ist das Farbmanagement tiefer ins Betriebssystem integriert, was die Nutzung von Browsern mit Farbmanagement von vornherein erleichtert. Unter Windows gibt es immerhin ein zentrales Monitorprofil, das manche Anwendungen nutzen, aber manche Anwendungen ignorieren es und bieten stattdessen ihre ganz eigene Einstellung fürs Monitorprofil; man muss als Nutzer dann in jedem dieser Programme manuell das korrekte Monitorprofil wählen. Unter Linux muss man generell das Monitorprofil in jeder Anwendung einzeln einstellen, weil das Betriebssystem noch nicht viel vom Farbmanagement wissen will.
Das gut integrierte Farbmanagement im Mac-OS ermöglicht, dass die Mac-Versionen einiger Browser es bereits heute nutzen können (wenn auch noch unvollständig), während Versionen derselben Programme unter Windows größtenteils noch kein Farbmanagement kennen.
Mit Firefox 3 steht erstmals ein Browser zur Verfügung, der Farbmanagement unter MacOS, Windows und Linux vollständig unterstützt. Leider muss das Farbmanagement in Firefox 3.0 noch manuell aktiviert werden; ab Version 3.5 ist es zwar standardmäßig nach der Installation aktiv, bedarf für optimale Funktion aber einer kleinen Modifikation.
Tipp: So stellen sie das Farbmanagement in Firefox ein (Ohne diese Einstellungen bietet Firefox 3.0 gar kein und Firefox 3.5 nur ein unvollständiges Farbmanagement.)
In die Adresszeile "about:config" eingeben und die Sicherheitsfrage bestätigen.
In Firefox 3.0 die Zeile "gfx.color_management.enabled" suchen und den Wert auf "true" schalten (steht zunächst auf "false").
In Firefox ab 3.5 die Zeile "gfx.color_management.mode" suchen und den Wert auf 1 stellen (steht zunächst auf 2). Alternativ kann man zum Umschalten das Add-on "Color Management" benutzen.
Um festzustellen, ob und in welchem Umfang der eigene Browser bereits Farbmanagement unterstützt (und ob es korrekt eingeschaltet ist), gibt es innerhalb der folgenden Artikel einige Tests.
Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: Mai 2011
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